Presse Töne

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Gesamtdeutsche Cello-Connection in Rheinsberg 
Vier junge Musiker begeisterten


Rheinsberg. " Schön. Wenig Leute - viel Applaus!", bedankte sich der Cellist mit dem langen Pferdeschwanz, den kurzen Jeans und dem blütenweißen Hemd bei 20 begeisterten Besuchern in der Rheinsberger St. Laurentiuskirche. Torsten Hader ist Angehöriger einer ungewöhnlichen musikalischen Vereinigung - der Cello-Connection.

Eine Dame und drei Herren .haben beschlossen, gemeinsme musikalische Sachen zu -machen. "Auf der Suche nach dem richtigen 'Groove' habe ich Johannes getroffen-, sagt Dominik Uhrmacher aus Augsburg - seine -Mitstreiter grinsen. Johannes Groh ist aus Neustrelitz und außerdem verantwortlich für alles, was Rheinsberger Musikschüler auf dem Cello spielen. Außerdem ist er befreundet mit Torsten Hader aus Waren, den er als dritten Mann gewann. Hinzu kam die Stuttgarterin Ingrid Walz, die in Berlin studiert. All das geschah erst vor einem Jahr. Und seither "groovt" es mächtig gewaltig. Unglaublich.

Die Cello-Connection bietet beste musikalische Unterhaltung auf hohem künstlerischen Niveau. Wohl eingedenk der wahren Musikantenweisheit "Es muss nicht immer Klassik sein", haben die vier Cellisten einen Musikmix - der bis zum letzten Zugabenton spannend bleibt und jeden Einordnungsversuch scheitern lässt - zusammengestellt. Wer bei der seltenen Besetzung mit vier Celli musikalische Eintönigkeit befürchtet, erfährt schon nach drei Takten, wie abwechslungsreich, wie vielseitig und spannend die Sprache dieses Instruments sein kann.

Kompositionen und Arrangements voller Rafinesse von kühnen Dissonanzen bis zur "schmalzigen Melodie"  werden begeistert gestrichen und gezupft - klassische und moderne Spielauffassungen vereinend. Da sind vierjunge Musiker mit wirklicher Spiellaune und musikalischem Spaß am Werk. Und damit nicht genug: Die witzige informativ-ironische "Moderation" im locker lässigen Plauderton sorgt immer wieder für zusätzlichen Unterhaltungswert. Kontakt zum Publikum vorn ersten bis zum letzten Ton, ob gespielt oder gesprochen.

Das Repertoire reicht von Klassik über interessant eigenwillige Gershwin-Bearbeitung (mit dem wichtigen Sommerlied für Imker und hörbarem Insektenflug-"Summertime") bis zu herrlichen Eigenkompositionen (Uhrmacher, Harder).
Da gibt es den witzigen Walzer "Cordon bleu" (Harder,
ein Lyriker, ein Erzähler auf dem Cello) oder "Ch 30915" (Uhrmacher) - ein Titel, "der so klingt, wie die Leute dieser Postleitzahl"

Und schließlich passiert gar ein Cello-Rap! Saubere, virtuose Saitenarbeit Spieltechniken und Effekte bestimmen das auch jeden Klassikfreund begeisternde Programm...

Roswitha Baumert

Dienstag, 12. Mai 1998